7. Mai 2006   
   

 

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Kommentar 7. Mai 2006
Mut zum Tun

Dass die Glarnerinnen und Glarner so progressiv entscheiden würden, hatte niemand erwartet.

Vielleicht waren es die erfreulich vielen jungen Stimmberechtigten auf dem Ring oder am Rednerpult, vielleicht war es die Eigendynamik der Landsgemeinde, in Aussagen wie „es muss etwas geschehen“ oder „wenn schon – denn schon“, manche vielleicht ein wenig aus Trotz „wenn wir müssen– dann sollen die anderen auch“. Vielleicht war es der Blick in die Vergangenheit von Regierungsrätin Marianne Dürst, welcheIMG_9724.JPG aufzeigte, dass vieles in finanziell guten Zeiten getrennt wurde, was früher, um Kräfte zu sammeln, bereits einmal zusammen war. Vielleicht waren es die vielen Berichte und Leserbriefe, welche im Vorfeld genügend Informationen pro und kontra lieferten. Wahrscheinlich war es eine Mischung aller dieser und anderer Faktoren, welche den Kanton Glarus in der Schweiz in ein neues, helleres Licht stellt. Der Entscheid war knapp, der Entscheid ist mutig. Aber besser aktiv werden, als passiv zu warten, auf dass sich etwas verändern werde.

Das Modell mit drei Gemeinden war jedoch nicht, wie es in verschiedenen Medien geschrieben wurde, eine Idee, welche erst durch die Redner auf dem Ring präsentiert wurde, sondern eine Vision der Projektgruppe, welche die Vorarbeiten für die Vorlage erarbeitet hatte. Das vorgeschlagene 10er Modell, ursprünglich 3x3 genannt, von der Projektgruppe Einheitsgemeinden unter Leitung von Martin Landolt vorgeschlagen, nämlich je 3 Gemeinden in den 3 Regionen wurde als mehrheitsfähig beurteilt. Dieses wurde dann im Landrat zum vorgeschlagenen 10er-Modell überarbeitet. Man erhoffte sich, dass diese 10 Einheitsgemeinden, sich später zu grösseren Einheiten zusammen finden würde, bis zu den drei Gemeinden, je eine pro Region Unterland, Mittelland und Hinterland oder eben Glarus-Nord, Glarus-Mitte und Glarus-Süd. Dies konnten aus den Unterlagen des Projektteams, des Landrats und der Berichterstattung der Regierung und den Medien entnommen werden. Einen direkten Schritt von 25 auf 3, trotz dem Vorteil, dass nicht zwei Fusionen hintereinander kämen, trauten vorher ganz wenige dem Glarnervolk zu. Es waren die Redner am Pult, welche die Landsgemeinde zu noch mutigeren Schritten aufforderten. Dies zeigt einmal mehr den Vorteil der direktesten Demokratie, der Landsgemeinde auf gegenüber den Abstimmungen an der Urne auf. An der Urne wäre nur ein ja oder nein zum Antrag Gemeindestrukturreform möglich gewesen.

Der Mut nun ist vorhanden, nun liegt viel Arbeit vor uns, welche angepackt werden muss, nicht nur „packen wir es an“ sondern „wir packen es“.

   

28. Juni 2011 © 1999-2011 GLARIOSA, e-mail