Artillerie Kollegium    
 

 

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Ein alter Brauch in Zürich

Ab dem Jahr 1686 diente das "Mörser werfen" den Aspiranten (angehende Offiziere) als Schiessschule. Nach zwei Jahren mit regelmässigem Besuch konnten sie ins Kollegium aufgenommen werden. Dies war mitunter Bedingung für eine Offizierslaufbahn in der Artillerie. Mit dem Entstehen der Schweizer Armee 1848 verlor das Kollegium seine Ausbildungsfunktion.
Die Tradition blieb erhalten, noch heute treffen sich jährlich die Kollegianten auf der Zürcher Allmend zum gemeinsamen Kollegiums-Schiessen, auch "Mörser werfen" genannt. Mit fünf, meist historischen, Mörsern mit Kaliber 16.5 cm lautend auf die Namen "Dachs, "Luchs", "Wiesel", "Marder" und "Iltis" wird mit Kugeln von 10.2 Kg auf rund 200 Meter entfernte Scheiben "geworfen". Die Kugeln steigen hoch auf (es wir in der oberen Winkelgruppe geschossen) und können von Auge gut verfolgt werden. Die Pfadfinder amten im Ziel als Zeigermannschaft. Über einhundert Teilnehmer nahmen auch dieses Jahr wieder am Anlass teil. Jeder "wirft" zwei Kugeln einen Kehr (Probeschuss) und den Stich (Wertung) mit dem Ziel die Kugel möglichst nahe an den Pfosten der Scheibe zu bringen.
Angehende Neu-Mitglieder (Hospitanten) müssen sich während mindestens zwei Jahren bewähren, sie müssen als Offiziere der Artillerie im Kanton Zürich wohnhaft oder in einer Zürcher Artillerieeinheit eingeteilt oder eingeteilt gewesen sein. 
Der Präzes (Präsident) Oberst i Gst Christoph Hiller führt nach dem Werfen in zügigem Tempo durch das Bot (die Hauptversammlung) unter dem alten Zeltdach. Im Albisgüetli treffen sich die geladenen Gäste, die Kollegianten, die Hospitanten und die Gäste zum gemeinsamen Mittagessen, zwischen den Gängen durch verschiedene Reden und das Rangverlesen bereichert.

  • Wurfvorgang in Kürze
    • Rohr reinigen
    • Stift einsetzen
    • Pulver einfüllen
    • Kugel setzen
    • geschossene Elemente vom Stuckmeister erfragen
    • Seite richten
    • Elevation einstellen
    • Stoppine einsetzen
    • "Wirbel" verlangen (Trommelwirbel)
    • Stoppine mit Lunte zünden
    • "Schuss ab"


Einige Bilder als Eindrücke zu diesem Anlass

 

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